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E. Klassentheaterprojekt: Wilde Hühner und Pygmäen (Klasse 6) Sindelfinger/Böblinger Zeitung vom 11. Februar 2002 Sindelfingen: Goldberg-Schüler führten Jugendbuchstück "Wilde Hühner und Pygmäen" auf Abenteuer lassen sich nicht planen Von unserem Mitarbeiter Thomas Volkmann Die Hühner sind los. Und damit entsprechendes Gegacker garantiert. Doch nicht nur Hennen mussten bei dem von der Klasse 6c des Sindelfinger Goldberg-Gymnasiums einstudierten Theaterstücks Federn lassen - auch eine Horde sogenannter Pygmäen bekam ihr Fett ab. Auf dem Weg zur Versöhnung hatten nicht nur die jungen Darsteller sichtlichen Spaß, auch das Publikum amüsierte sich köstlich. Und schon war die Rede davon, das im fächerübergreifenden Kanon erarbeitete Jugendbuchstück "Wilde Hühner und Pygmäen" zum Ende des Schuljahrs nochmals auf die eigens aufgebaute Werkbühne zu bringen. Oma, Hühner und ein Schatz Ob Buchautorin Cornelia Funke die oft auf Klassenfahrten zitierte Liedzeile von der im Hühnerstall Motorrad fahrenden Oma inspiriert hatte? Die 35 Szenen ihres Stückes jedenfalls handeln davon, dass Enkelin Charlotte während Omas Urlaub deren Hühner versorgen muss. In der Schule ist das natürlich Gesprächsthema, ein geheimnisvoller Schlüsselbund schließlich sorgt dafür, dass sich sowohl Charlotte und ihre Freundinnen wie auch die rivalisierende Jungenbande schon im Besitz eines verborgenen Schatzes sehen und Pläne schmieden, wie an ihn heranzukommen wäre. Bei der Suche nach einem geeigneten Stück, für das in den Klassen 5 und 6 seit Anfang des Schuljahres das Fach Bildende Kunst erweiternde Darstellende Spiel, war Deutschlehrer Wolfgang Wulz auf Cornelia Funke gestoßen. "Alles hat damals wegen Harry Potter herumgesponnen, da habe ich mich gefragt, ob es nicht auch etwas Vergleichbares von deutschen Autoren gäbe", sagt Wulz zu den Anfängen. Mit den Vorbereitungen zum Theaterstück legte die 6c nach den
Weihnachtsferien los. Die in Sprache und Thema die Altersgruppe der mitwirkenden
Jugendlichen ansprechende Geschichte brachte laut Wolfgang Wulz "neuen
Schwung ins Fach Deutsch", dass 20 der insgesamt 26 mitwirkenden
Jugendlichen bei Ulrich von der Mülbe vorab einen Theaterkurs besuchten und
entsprechende Vorkenntnisse mitbrachten, "davon hat dann auch der Deutschlehrer profitiert." Wie im Stück zitiert, so verhielt es sich tatsächlich: "Abenteuer kann man nicht planen". Wohl aber lassen sich mittels dem „Theaterspiel als eines der machtvollsten Bildungsmittel zum Erwerb von Schlüsselqualifikationen hinsichtlich Kreativität und Teamfähigkeit", wie "Bildungspapst" Hartmut von Hentig sagte, tolle Erfolge erzielen.
Böblinger Kreiszeitung, 15. Februar 2002 Wo die wilden Hühner scharren Kampf gegen die Pygmäen am Goldberggymnasium VON ULRIKE LINK Am Goldberggymnasium tobt ein Bandenkrieg: Die wilden Hühner zoffen sich mit den Pygmäen. Täglich. Mädchen gegen Jungs heißt die Devise. Die Lehrerin ist machtlos. Aber keine Panik: Es ist alles nur ein Spiel. Theater. Von Schülern auf die "Werkbühne" gebracht. Mit unglaublich viel Schwung und Elan. Die Werkbühne ist eigentlich der Aufenthaltsraum im Goldberggymnasium. Dort steht seit einigen Wochen eine kleine Bühne. Mit Kulisse, Bühnenbild und allem Drum und Dran. Für ein ganz besonders Projekt. Eine Theateraufführung, eigentlich eher einzelne Szenen, 35 an der Zahl. Gespielt von Schülerinnen und Schülern der 6 c. Sie gehören zu den Fünft- und Sechstklässlern des Kunstzuges, die seit Beginn des Schuljahres im September ein neues Fach haben: darstellendes Spiel bei Ulrich von der Mülbe. Zusammen mit seinen Kollegen, der Kunstlehrerin Katja Vogler, Bettina Gölz, Musik, sowie Dr. Wolfgang Wulz, der Deutsch unterrichtet, hat er mit den Schülern das Stück einstudiert. "Sie haben es selbst geschrieben", sagt Bettina Gölz bei der Aufführung am letzten Tag vor den Fasnachtsferien. Naja, umgeschrieben. Frei nach einem Jugendbuch von Cornelia Funke. Riesig Spaß hat das gemacht. Fast genauso viel wie das eigentliche Spiel. Denn die Mädels und Jungs sind mit Feuereifer dabei. Charlotte, von allen nur "Sprotte" genannt, muss auf die Hühner ihrer Oma aufpassen. Eigentlich eine langweilige und dazu noch anstrengende Aufgabe. Wenn da nicht der Schlüsselbund mit dem geheimnisvollen schwarzen Schlüssel wäre. "Sprotte" und ihre Freundinnen Frieda, Trude und Melanie vermuten sofort einen Schatz. Bevor sie sich auf die Suche nach ihm machen, gründen sie noch schnell ihre Bande: "Die wilden Hühner". Schließlich gilt es, sich gegen die vier "Pygmäen", ihr Pendant, durchzusetzen. Fred, "Torte", Willi und Steve lassen sich allerhand einfallen, um die Mädels nach Kräften zu ärgern. So geht es hin und her, bis die acht sich zu guter Letzt wieder verstehen, Und sich gemeinsam auf die Suche nach Abenteuern machen. Und die, das haben sie in 80 Minuten am eigenen Leib erlebt, lassen sich nun mal nicht planen. Oder doch? Denn nach dieser fulminanten Show möchte der eine oder andere Gast die "Werkbühne" sicher öfter sehen. Abwarten. |
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