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| Bleibende Erinnerung an Dr. Hildegard Wulz M.A.Es war im Advent 2002, als die Oberlehrerin Hildegard
Wulz in einem letzten Willensakt ihre Dissertation verteidigte. Zwei Wochen später
starb sie. Vier Jahre später erinnert ein repräsentatives Buch an die
engagierte Pädagogin und Kunsthistorikerin.
Promovierte Oberleh Ihre Brüder Dr. Hanno Wulz, Biberach, und Dr. Wolfgang Wulz,
Herrenberg, sowie deren vier Kinder haben inzwischen die Doktorarbeit ihrer Schwester und Tante als
"bleibendes Dokument der Erinnerung" an die viele Jahre in Heidenheim,
Freiburg i. Br. und zuletzt in Riedenburg/Altmühltal tätige Pädagogin und spät
berufene Kunsthistorikerin als Buch auf den Weg in die Öffentlichkeit gebracht. Nach ihrer Pensionierung im Jahr 1992 hatte sich Hildegard
Wulz mit dem ihr eigenen Durchsetzungsvermögen noch einmal neu orientiert und
an der Uni Regensburg ein Magisterstudium in Kunstgeschichte abgeschlossen. In Professor Hans-Christoph Dittscheid fand sie dort auch
einen aufgeschlossenen und fordernden Doktorvater, der ihr Sabbioneta-Projekt
von Anfang an mit großem Interesse begleitete und den Drang der
Senior-Doktorandin Wulz nach Wissen und Vermittlung zu schätzen wusste. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Ein 183 Druckseiten
umfassendes Opus mit 385 Abbildungen und einer farbigen Falttafel, die das
Schema eines 26 Bilder umfassenden Zyklus der Allegorien von der "Astronomia"
bis zur "Victoria" umfasst. Hans Schüller, der Herausgeber des in der renommierten
Reihe "Studien zur internationalen Architektur- und Kunstgeschichte"
als Band 42 erschienenen Werkes, erläutert dazu: "Die Galleria degli
Antichi in Sabbioneta unweit von Mantua gelegen, ein bedeutender Galeriebau des
Cinquecento, der größte und modernste seiner Zeit in Oberitalien und besonders
ausgezeichnet durch seine Ausstattung mit qualitätvollen Fresken, erfuhr durch
die Dissertation von Hildegard Wulz erstmalig eine umfassendere
Bearbeitung." Grundlegende Arbeit
Die Darstellung des kulturgeschichtlichen und
kunsthistorischen Zusammenhangs dieses Bauwerks innerhalb Sabbionetas im
Cinquecento sowie die Rolle des Bauherrn Vespasiano Gonzaga (1531 bis 1591) als
Protagonisten des Bauwerks und seiner Ausstattung lag der Autorin ebenso am
Herzen wie die Herstellung vielfältiger Bezüge zu seiner ambitionierten Persönlichkeit.
Die
Arbeit richtet ihr besonderes Augenmerk auf die Untersuchung der Ikonographie
der Galerie mit ihren Allegorien und ihre kosmologische Interpretation. Hierzu
hat die Verfasserin einen grundlegenden Ansatz zur Erarbeitung des diesbezüglichen
Kontextes für die weiterführende Forschung aufgezeigt. Das Schema der
Wandmalereien in der "Galleria degli Antichi" in Sabbioneta unter
besonderer Berücksichtigung der Allegorien im Maßstab 1:100 erlaubt in
eindrucksvoller Klarheit eine Gesamtschau der vielachsigen Systematik der
Galleria. Die Ergebnisse der Untersuchungen mit ihrer erstmals konsequenten und überzeugenden Darlegung der Ikonographie der Galleria sind es wert, allgemein zugänglich gemacht zu werden. Sie bleiben grundlegend für das Verständnis und die weitere Erforschung, die ein Herzensanliegen von Hildegard Wulz war. Buchpräsentation am Samstag, 28. April 2007 in Sabbioneta Hildegard Wulz: Die "Galleria degli Antichi" des Vespasiano Gonzaga in Sabbioneta, Petersberg: Michael-Imhof-Verlag 2006; 49,95 Euro. Portofreier Bezug bei Wolfgang Wulz, Goldregenstraße 6, 71083 Herrenberg, E-Mail: info@wulz.de. |
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