Herrenberger Stäpfelesrutscher ond
Pflastersteinscheißer
Kaum zu glauben..., dass die Herrenberger
»Stäpfelesrutscher« eigentlich
»Pflasterstoascheißer« heißen: Noch immer bekennen
sich die Herrenberger nur zu ihrem weniger anrüchigen Necknamen, wie
erst vor ein paar Jahren beim Festzug zur Jahr-Feier einer Nachbargemeinde.
Tiefer gehende Forschungen haben freilich erwiesen, dass die
Stäpfelesrutscher-Tradition weit jünger ist als der
Pflastersteinscheißer-Spott. Gerade weil Herrenberg bei den
Gäubewohnern als vornehmes Pflaster galt, fühlten sie sich durch
die gepflasterte Sauberkeit geradewegs zu derben Streichen herausgefordert.
Wenn die Herrenberger Stadtkinder nun am Markttag übers Pflaster
hüpften und dazu das Spottversle aufsagten:
Hairreberg isch a schöne Stadt
Gültschte isch e Bettelsack
Oberndorf isch a kropfigs Nescht
Wendleze isch e Rattenescht,
kann sich jeder vorstellen, wie schnell den Dörflern
der Seufzer »oh ihr Hairreberger Pflasterstoascheißer« über
die Lippen gekommen ist. Und mancher auswärtige Marktbesucher wird in
seiner Wut über die eingebildeten Städter auf dem Heimweg, wie
er es sonst bei der Feldarbeit in der freien Natur gewohnt war, einen duftenden
»Markstein« aufs Pflaster gesetzt haben. An dessen Geruch war hinterher
nicht zu erkennen, ob er einheimischer oder fremder Herkunft war. Als Beweis
für die Berechtigung des Spitznamens konnte er aber jederzeit ins Feld
geführt werden!
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das heutige Herrenberg