Anno 1202
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A. Fächerübergreifendes Langzeitprojekt mit Leitfach Deutsch:

"ANNO 1202 - Der König kommt in die Stadt" (Klasse 6) - Download des Textbuches hier

- ausgezeichnet mit dem 2. Platz beim STUTTGARTER PREIS 1999 des Klett-Verlages -

1. Projektidee

Das Goldberg-Gymnasium Sindelfingen ist ein allgemeinbildendes Gymnasium mit einem neusprachlichen Zug (LEF), einem mathematisch-naturwissenschaftlichen Zug (EF, Naturphänomene ab Kl. 5 und naturwissenschaftliches Profil ab Kl. 9) und einem Kunstzug. Seit Anfang 1998 beschäftigen sich an unserer Schule verschiedene Arbeitsgruppen von LehrerInnen und Eltern mit der "Inneren Schulentwicklung" (ISE). Die Arbeitsgruppe "Langzeitprojekte" initiierte einen Projektvorschlag "Ritterspiel" und richtete an die LehrerInnen der künftigen Klassen 6 (Schuljahr 1998/99) die folgende Anfrage:

Im Sinne der Umgestaltung von Schule könnte als Projekt für die Klassen 6 das Thema "Rittertum" vorstellbar sein. Naturgemäß lässt das Interesse der Schüler an diesem Stoff in Klasse 8 (Lehrplan Geschichte) deutlich nach. Für Schüler der 6. Klasse aber wäre es noch hoch interessant. Um den Gemeinschaftssinn und das Sozialgefüge in dieser Klassenstufe weiter zu fördern, könnte im Zentrum des Projekts die Entwicklung und Aufführung eines Ritterabenteuers sein, in dem in einer fächerübergreifenden Unterrichtsform verschiedene Elemente erarbeitet und zusammengefügt werden.

Grundlage für eine Aufführung wäre eine Rittergeschichte, die übernommen werden könnte, besser aber von den Schülern entwickelt werden sollte. Die Geschichte sollte Elemente besitzen wie Massenszenen (Tänze, Feste, Kampfszenen... ) und/oder Gedicht- und Gesangseinlagen, so dass sich möglichst viele Fächer beteiligen könnten, etwa Deutsch (geschichtlicher Hintergrund, dialogisierte "Story", mittelhochdeutsche Sprache, Redewendungen aus dem Ritterleben), Musik (Lieder, Spielleute, Tänze), Sport (Fechten, Jonglieren, Tänze, Menschenpyramiden), Bildende Kunst/Textiles Werken (Bühnenbild, Kulissen, Requisiten, Kostüme).

2. Planung

Das zunächst für die gesamte Klassenstufe 6 (3 Klassen) gewünschte Gemeinschaftsprojekt wurde auf Grund der vorhersehbaren organisatorischen Problematik verkleinert auf ein Pilotprojekt für eine 6. Klasse (Kl. 6a, 30 Schüler, 16 Mädchen, 14 Jungen, größte Klasse der Schule, Gabelklasse L/E, E/F). Bei einem zweitägigen Pädagogischen Tag in der Calwer Akademie für Lehrerfortbildung, der Ende Oktober 1998 unter der Leitung zweier externer Moderatoren die ISE voranbringen sollte, bildete sich innerhalb einer Arbeitsgruppe "Langzeitprojekte" aus den Deutsch-, Musik- und BK-LehrerInnen die Untergruppe "Mittelalter Klasse 6a". Die Untergruppe erarbeitete daraus einen Vorschlag, der von der Gesamtlehrerkonferenz als verbindliches Projekt der ISE im Schuljahr 1998/99 beschlossen wurde.

3. Durchführung

Mit einer Schulaufführung am 20. März 1999 wurde das Projekt abgeschlossen. Eine Wiederaufnahme erfolgte zum Schulfest am Schuljahresende und in Teilen beim Empfang der neuen Fünftklässler. Eine Bewerbung um den STUTTGARTER PREIS 1999 des Klett-Verlags  wurde mit dem 2. Preis gewürdigt:

„Dieses Projekt stellt ein überzeugendes Beispiel für Prozess- wie Produktlernen dar. Von einer reflektierten Konzeption über die Möglichkeiten von Langzeitprojekten in der Schule ausgehend, wird hier in einer breit angelegten Fächerverknüpfung ein Einblick in das mittelalterliche Leben erarbeitet und im Theaterspiel dokumentiert. Dabei wechseln von den Lehrenden gesteuerte Erarbeitungsphasen mit motivierenden, produktionsorientierten Schüleraktivitäten. Bei der Ausarbeitung szenischer Dialoge vernetzen die Schülerinnen und Schüler, was sie in den einzelnen Fächern über das Leben im Mittelalter gelernt haben, und fügen die einzelnen Elemente zu einem neuen Gesamtbild zusammen. Die Materialvorgaben, die Idee von Zeitreise und Stationentheater, der Entwurf der szenischen Texte, Rollenverteilung und -besetzung werden als Schritte in der Erarbeitung des Gesamtziels ausführlich dokumentiert. Die abschließenden Berichte der Schülerinnen und Schüler belegen die Begeisterung und die Anstrengung, sprechen aber auch für Projekte und Theateraufführungen typische Probleme an.” (Schreiben des Klett-Verlages vom 26.7.1999)